Angeregt von einem Artikel im „Kurier am Wochenende“ des Nordkuriers (09.10.2008) hab ich mich heute auf den Weg nach Rathenow zum Optikpark gemacht. Die ganze Familie dabei mit Omi und Hündchen. Die etwa 200 km hatten wir dann auch nach 2 1/2 Stunden hinter uns gebracht. Nur was musste ich dann dort erfahren? Hunde müssen draußen bleiben! Vielleicht sollte ich dazu sagen, dass sich der Optik-Park Rathenow auf dem Gelände der Landesgartenschau 2006 befindet, also unter freiem Himmel. Es handelt sich um einen Park, mit Skulpturen und Blöcken mit optischen Täuschungen. Auch auf den Hinweis, dass im Nordkurier zwar Öffnungszeiten und Preise standen aber kein Hinweis darauf, dass Hunde draußen bleiben müssen, gab es keinen Zutritt für uns. Was der Grund dafür ist, konnte man mir nicht sagen. Es ist so vorgeschrieben.  Auch nach längerem Nachdenken erschließt sich mir nicht, wieso Hunde dort verboten sind. Also schaute ich mal auf der Internetseite nach, aber auch dort wurde ich nicht schlauer. Außer dass die Seite fast Augenkrebs verursacht und der Hinweis auf das Verbot von Hunden irgendwo ganz unten auf einer Seite stand, habe ich nichts zu den Gründen finden können. Aber dort steht es tatsächlich: „Hunde haben zum Gelände keinen Zutritt – Ausnahme: Blindenführhunde!„. Moment mal, Blindenführhunde haben Zutritt zum Optikpark? Dieser Satz entbehrt nicht einer gewissen Ironie. Naja, was macht man, wenn man nicht rein darf? Man versucht noch auf die Schnelle etwas Anderes zu organisieren. Also der Tierpark Perleberg ist nicht sehr weit entfernt, gute 60 km. Ein Anruf und: „Hunde sind nicht erlaubt“. Und was lernen wir daraus? Wir fahren nie wieder nach Brandenburg, geschweige denn nach Rathenow. Wir bleiben in unseren Bundesland Mecklenburg Vorpommern, wo man nicht so verbohrt ist, und wir fahren in den Zoo Rostock, den Zoo Stralsund, den Tierpark Wolgast, den Tiergarten Neustrelitz, den Tierpark Wismar, den Tierpark Ueckermünde, den Vogelpark Marlow, den Skulpturenpark Katzow, den Zoo Schwerin oder den Natur- und Umweltpark Güstrow. Überall dort hat man mit Hunden kein Problem. Für das heutige Erlebnis gibt es von mir einen Orden für Hundeunfreundlichkeit und ein absolutes „nicht empfehlenswert“.
Ach ja, bevor ich es vergesse, Maya (der Hund) ist ein Yorkshire-Terrier von nicht mal 3kg Gewicht. Wer bei der Geschichte an einen großen Hund dachte, der hat leider daneben gelegen.

Ich hab dieses für mich unverständliche Verhalten in einer Mail an den Betreiber des Parks, die Stadt Rathenow und das Kultusministerium Brandenburg geschildert, mit der Bitte einer Stellungnahme des Betreibers. Außerdem hab ich einen Leserbrief an den Nordkurier geschrieben. Über Antworten werde ich hier informieren.

Update:

Ich hab von einigen Tagen nun schon ein Antwort vom Betreiber bekommen. Es tut ihnen ja so leid, aber es ist nun mal so. Wieso hab ich da eigentlich nichts anderes erwartet? Auszug:

[…]

Dieses Verbot resultiert aus der Zeit der Landesgartenschau und orientiert
sich an dem allgemeinen Verbot von Tieren auf den Ausstellungsflächen
sämtlicher Gartenschauen, die ja aufgrund ihrer infrastrukturellen Bedeutung
und Investitionen nicht mit normalen Parks verglichen werden können. Wir
haben diese Regelung in unseren Nachnutzungspark übernommen, um den
kostspieligen Installationen und Pflanzungen auf dem Gelände Rechnung zu
tragen. Roller, Fahrräder o.ä. sind bei uns im übrigen auch nicht
zugelassen.
[…]

Ich wäre nie auf die Idee gekommen, dort mit einem Fahrrad oder Roller hinein zu fahren. Beides ist auch für eine Fahrt von 400km (als Tagesausflug) ungeeignet. Außerdem lassen sich beide prima draußen abstellen. Aber eine 75 jährige Frau im Rollstuhl mit einem kleinen Schoßhund nicht in den Park zu lassen ist einfach eine Frechheit. Etwas mehr Menschlichkeit bei den Angestellten stünde dem Park sicher auch recht gut.  Zwischenzeitlich waren wir im Zoo Stralsund und dort gab es keine Probleme (nein, ich hab weder ein Fahrrad noch einen Roller dabei gehabt, nur den Hund).

[…]

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