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Der dreibeinige Hase

Sebastian | 11. Juni 2006 | 14:18

Hermann Eichblatt berichtet: “Ein leidenschaftlicher Demminer Wilderer war eines Nachts auf dem Heimwege. In “de! Grot Hollgrund” erster Hohlweg auf dem Wege nach Pensin kam auf einmal ein Hase schnurstracks auf ihn zugesprungen. Er legte an und wollte abschießen, da versagte das Gewehr. Der dreibeinige Hase ging auf den Wilderer los und verfolgte ihn bis in die Stadt. Bleich und in Schweiß gebadet kam der Mann zu Hause an.”

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Der Hexentanz auf dem Nonnenberge

Sebastian | 17. Februar 2006 | 16:15

Nach Karl Goetzes Stadtchronik berichtet Eichblatt:

Auf dem im Nordosten von Demmin gelegenen Nonnenberge sollen die Hexen von Demmin und Umgegend die Walpurgisnacht noch bis Ausgang des 17. Jahrhunderts alljährlich gefeiert haben. Gegen Mitternacht begann ein Summen; Geraune, verhaltenes Gebelfer, Meckern, Blöken und Schwirren in der blauen Luft der Maiennacht. Die Hexen kamen von allen Seiten auf ihren Teufeln in Gestalt von Ziegenböcken, Hunden, Schweinen und anderen Haustieren zum Nonnenberge durch die Lüfte dahergefahren: aus Demmin die Hochfartsche auf einem schwarzen Ziegenbocke, ebenso die Pöttersche, Michael Hobes Witwe, die Holtesche die Flotowsche die Braunsche die Stoltische die Burgemannsche, Drewes Karstens Witwe und die Voigtsche Letztere hatte eine weiße Sau als Reittier. Ferner die Schoofsche oder Bauersche des jungen Zarnekow Frau, die aus der Kuhstraße auf einer Stärke zum Nonnenberge getragen worden sein soll. Von Lindenberg her machte sich die Pansowsche und die Dettmersche auf grauen Ziegenböcken auf den luftigen Weg. Aus Verchen kam die Sodemannsche auf einem großen Hunde und die Wiesensche auf einem rot- und weißbunten Schafbock, aus dem Dorfe Deven die Schachtische auf einem grauen Ziegenbocke, aus Gatschow die Eskensche und die Mutter des Moritz Miltzow, und viele andere. Hier begann nun ein wüstes nächtliches Treiben. Von gestohlenen Waren wurde ein leckerer Schmaus gekocht. Die Schachtische war Köchin. Der Teufel der Hofertschen rührte die Grütze um. Das Amt der Pötterschen war, die Speise zuzurichten und auf- und abzutragen. Als dann das Mahl bereitet war, wurde gefressen, gesoffen, gespielt und getanzt. Die Musik machte der Einlieger und Spielmann Jürgen Peters aus Brünzow auf seiner Fiedel, bis der Morgen graute. Dann trennte sich der wilde Schwarm, und alle ritten wieder wie der Wind nach Hause.

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Der Böse Bernd von Wolde

Sebastian | 15. Dezember 2005 | 17:13

Dort, wo sich heute die Wolder Kirche erhebt, befand sich im Mittelalter eine Ritterburg, die im Laufe der Zeit Sitz verschiedener Ritterfamilien war. Im 15. Jahrhundert geriet die Burg in den Besitz der weit verzweigten adligen Sippschaft der Molzane oder Mahlzahns, die erst im Jahre 1976 an Friedrich Detlef von Moltke verkauften. Ende des 15. und Anfang des 16. Jahrhunderts herrschte in Wolde ein gewisser Bernd von Molzan, ein, wie es früher hieß, apenbarer stratenröwer (offenbarer Straßenräuber) also ein Raubritter im wahrsten Sinne des Wortes. Im Jahre 1474 bereitete Herzog Magnus von Mecklenburg seine Hochzeit mit der Schwester des Herzogs Bogislav von Pommern Stettin vor. Er stand mit seinem Schwager nicht eben auf gutem Fuße, was ihn jedoch nicht daran hinderte, sich mit Dienern, Geschenken, Kleidern und Waffen auf den Weg nach Pommern zu machen. Unweit der Grenze, auf pommerschem Gebiet, überfiel ihn jedoch sein Schwager zusammen mit einer Horde von Strauchdieben und raubte den Wagenzug aus. Bogislav verfolgte seinen Schwager bis zum Schloss Kummerow bei Demmin, dabei wurden noch etwa 30 mecklenburgische Dörfer ausgeplündert und abgebrannt. Einer der Räuber war Bernd von Molzan. Er bereicherte sich dabei und nahm auch Gefangene mit. Erst zwei Jahre später hat Magnus nach langen Kämpfen und Streitigkeiten seinen Besitz teilweise zurückerhalten, auch die Gefangenen soweit sie noch am Leben waren, wurden dann entlassen. Die Hochzeit fand im Mai 1478 übrigens noch in Anklam statt. Es wird sogar berichtet, dass Bernd von Molzan einen seiner Verwandten mit der er Streitigkeiten wegen einer Erbschaft hatte, einfangen ließ, ihm die Burg zerstörte und ihn räderte. 1481 belagerte Herzog Magnus die Burg Wolde und ließ sie zerstören, später wurde der flüchtige Bernd gefangen genommen und in Demmin eingekerkert. Zwei Jahre danach musste er Frieden schwören und wurde entlassen, auch seine Ländereien bekam er wieder. Das alles hinderte nicht daran, dass Bernd von Moltzan 1491 zum Erblandmarschall von Pommern ernannt wurde. Der berüchtigte Strauchritter starb 1525 in Wolde.

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Das Ungeheuer von Tützpatz

Sebastian | 19. Oktober 2005 | 15:49

Folgendes soll sich im Oktober des Jahres 1861 auf dem Tützpatzer Gutshof zugetragen haben

An einem stürmischen Herbstabend, nach einem langen und schweren Arbeitstag (man stand in der Kartoffelernte) bekam der damalige Gutsbesitzer – oder wie andere sagen – sein Inspektor Streit mit einem Landarbeiter. Da der Mann auch nach längerem Wortwechsel und nach entsprechenden Drohungen noch auf sein Recht bestand, sperrte ihn der erzürnte Herr kurzerhand in den teilweise eingefallenen Keller, der sich unter dem alten Gebäude, in dem sich jetzt die Gaststätte befindet, befand und schloss die schwere Eichentür kurzerhand ab, entschlossen, sich keine Widersetzlichkeiten der Leute gefallen zu lassen. In der folgenden Nacht kamen die Bewohner des Hauses zum Herren und baten ihn, doch um alles in der Welt den armen Mann zu befreien. Nach dem Grund ihrer Führsprache gefragt, antworteten sie erregt, dass aus dem Keller das entsetzliche Schreien des Gefangenen und irgendwelche eigenartigen Laute wie Schnaufen, Fauchen und Kratzen zu hören sein. Der Herr brummte etwas von Hirngespinsten und Altweibergewäsch und schickte die Leute mit höhnischen Worten weg, zumal draußen der Regen auf die Dächer prasselte und der Sturm in den Baumkronen heulte, ihm jedoch das Kaminfeuer wohlig brannte. Als die Leute in das Haus zurückkehrten, waren die Schreie und die anderen Geräusche aus dem Keller verstummt und die Menschen begaben sich kopfschüttelnd zu ihrer wohlverdienten Nachtruhe. Am nächsten Morgen öffnete der Herr wohlgelaunt den Keller, annehmend, dass der unbotmäßige Tagelöhner nun klein beigeben würde. Ihm und denen die dabei waren, bot sich ein grauenhaftes Bild. Im Keller lagen nur noch Knochen und andere Reste des Menschen, der Raum zeigte die Spuren eines schrecklichen Kampfes. Das Tier, das den Unglücklichen getötet hatte, war nicht zu sehen. Keiner wagte es die angrenzende Räume des Kellers zu untersuchen, die seit Menschengedenken eingefallen und voller Schlupfwinkel und Gerümpel waren. Um dem grässlichen Vorfall auf den Grund zu gehen, warf man am Abend ein getötetes Kalb, das vergiftet war, in denselben Keller. Als man am darauf folgenden Tag in aller Frühe nachsah, lag dort ein nie gesehenes Ungeheuer mit vier Beinen, einem Flügelpaar, mit Schuppen bedeckter Haut, einem langen Schwanz und einem fürchterlichen Rachen, leblos auf dem Boden. Es soll noch einige Zeit in Neubrandenburg auf dem Herbstmarkt gezeigt worden sein. Es ist nicht bekannt, wie sich der Schuldige am Tode des Knechtest verhalten hat. Gewiss hat zur damaligen Zeit niemand mehr gewagt, sich den Anordnungen der Gutsherrschaft entgegenzustellen.

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