Heute im Spam…
Sebastian | 14. Januar 2010 | 17:38…hatte ich eine nette Mail von Dr.Gerrie Metzer mit dem Betreff
webmaster@fukz.de ist zu dicklich
Verdammt, woher weiß der das?!
…hatte ich eine nette Mail von Dr.Gerrie Metzer mit dem Betreff
webmaster@fukz.de ist zu dicklich
Verdammt, woher weiß der das?!
Wenn man solche Meldungen hört, kann man erst gar nicht glauben, ob das ernst gemeint ist oder das wir schon wieder den 1. April haben. Alles Anschein nach ist es aber wirklich ernst. Der Bundestag hat heute das Bürgerporalgesetz verabschiedet, dessen Bestandteil der sog. DE-Mail Dienst ist. Ein Dienst, ähnlich der E-Mail nur dass Kommunikation verschlüsselt und digital signiert stattfindet und somit DE-Mails rechtsgültig sind. Behörden sollen damit Bescheide verschicken können usw. Wow. Für alle, die es nicht wissen: das gibt’s alles schon. Ich signiere meine Mails schon seit langem und jeder der gern möchte kann mir ne verschlüsselte Mail schicken oder auch von mir bekommen. Nun fragt man sich, wieso das Rad noch einmal erfunden werden muss (und dann noch eines mit ner 8). Naja, aus den bestehenden Techniken lässt sich nur schwer Geld generieren. Ach, habt ihr etwa gedacht, dass DE-Mail so wie das gute alte Mail kostenlos sein wird? Falsch gedacht. Es wird ein E-Porto geben. Aber das soll unter dem Briefporto liegen. Ich hab da schon ne Idee: ne normale Mail (Brief) machen wir 40 Cent. Ne unverschlüsselte Mail (digitale Postkarte) für 30 Cent. Hey, wird’s dann auch E-Philatelisten geben? Aber dafür ist ja alles total sicher, so sicher, dass ihr vermutlich nicht wissen werdet, wer alles den Schüssel zum lesen eurer Mails hat. Ein Schelm, der Böses dabei denkt. Und wenn man sich dann noch ansieht, wer für die Umsetzung des Projektes zuständig ist, erübrigen sich weitere Fragen. Wer berät die Leute? Und was muss man genommen haben, um überhaupt auf solche Ideen zu kommen?
Heute hatte ich eine Mail mit dem Titel “Du stirbst” im Postfach.
From: Carina <Carina@schick-sal-jetzt.net>
User-Agent: Microsoft-Entourage/10.1.4.176361.0
Subject: Du stirbst.
To: spam@fukz.de
Date: Mon, 19 Jan 2009 03:20:15 +0100 (CET)Musst Du bald sterben? Was sagt dein Schicksal?
http://Schick-sal-jetzt.net/
Na, wer kann erraten, was sich dahinter verbirgt? Genau, die Abzocker sind wieder unterwegs. Von dieser Seite wird man dann auf eine .cc Domain geleitet, wo einen ein tolles Formular erwartet, dass gradezu danach schreit, von gutgläubigen Leuten ausgefüllt zu werden. Unter der Überschrift “Wie läuft Deine Lebenslinie.” Was natürlich nicht so groß und auffällig zu sehen ist, sind die Kosten von 92 Euro. (ziemlich weit unten, im Seitenfuß). Dahinter stecken gute Bekannte.
Leute, fallt doch bitte nicht auf solchen Mist rein.
Tja, im Moment ist’s wirklich schlimm und die Mails gehen sogar durch den Spamfilter. Ich will jetzt hier nicht den ganzen Text wieder Posten, aber die folgende Textstelle brachte mich zum schmunzeln:
“[...]Ich hoffe dass mein deutsch kein Problem fur unseren Verkehr wird.[...]“
Da mich schon interessiert, was mit diesem Mails bezweckt wird, hab ich einfach mal nen Webmailaccount angelegt und ganz lieb geantwortet. Ich bin mal gespannt, was da raus kommt. Falls ich jemals Antwort bekomme, tippe ich mal darauf, dass im Anhang der Mail bestimmt ein Bild von Maria drin ist, die maria.jpg.exe
Ich halte euch auf dem Laufenden.
Update
Zwischenzeitlich hab ich schon mehrfach Antwort bekommen und auch wieder geantwortet. Da ich nicht weiß, inwieweit die Mails individualisiert sind, veröffentliche ich sie hier noch nicht. Ich habe auch Zugriffe auf meine Seite aus dem entfernten Osten, die ganz gezielt nach Inhalten der ersten Mail suchen. Erst wenn ich weiß worum es bei der ganzen Sache geht und ich den Quatsch beende, stelle ich die Schmachtfetzen hier ein.
Update
So, nach der nun schon fünften oder sechsten Mail denke ich, dass es reicht. Die Vermutung mit dem geplanten Geldtransfer war richtig. Es geht darum, eine Überweisung auf das eigene Konto zu bekommen und das Geld dann ins Ausland zu verschicken. Hier mal die ganze Geschichte in einer Zusammenfassung: Die taube und stumme Cousine hier in Deutschland hat das Geld von der reichen, kürzlich verstorbenen Tante, das der Maria gehört. Leider ist Cousinchen aber im Moment im Ausland und nun kann sie das Geld nicht überweisen, denn die Maria und ihre Verwandschaft in Kanada haben gar kein Konto. Und da Cousinchen im Ausland ist, kommt sie grad leider nicht an die Kohle um sie über einen Geldversanddienst zu senden. Hmmm, so ein Mist. Aber es gibt ja den Retter in der Not, dem Cousinchen das Geld überweisen soll (mich) und der dann das Geld weiter schickt. Prima.
Es ist mir nach den Mails absolut unverständlich, wie jemand auf so einen Mist reinfallen kann. Aber es gibt anscheinend wirklich Männer, bei denen Texte wie:
[...] Spater gehen wir nach Hause. Eben gehen wir in das Schlafzimmer. Aber unser Abend darauf wird nicht beendet. Wir werden nicht schlafen. Wir gufen einander die zarten Kusse.[...]
das Hirn einfach abschalten. Ich habe den Mailaccount gelöscht, auch wenn sie soooo nette Fotos anbei hatte.
Erinnert ihr euch noch an Olesya? Heute hab ich Post von einer ihrer Schwestern bekommen (vermutlich). Ich frag mich, wie viele Leute auf diese Mail antworten.
Ist das nicht süß? “Das mir das Geld um nicht nötig bin”. So kann man das auch ausdrücken. Aber Sie hat ja ihre Freundin und die Arbeit in einer Firma ist auch schon sicher, bestimmt arbeitet sie dann wieder vom Buchhalter. Ich lieben Mails solche wo.
Heute am 2. August vor genau 24 Jahren wurde die erste E-Mail nach Deutschland versendet und ist auch angekommen. Empfänger war Prof. Werner Zorn von der Universität Karlsruhe (TH) mit der Mailadresse zorn@germany, wobei man fairerweise sagen muss, dass Adressen damals noch etwas anders aussahen. Und wenn wir uns den Header der Mail mal ansehen, dann hat sich in den Jahren eigentlich kaum was geändert. Gute Dinge müssen eben nicht geändert werden. Schade nur, dass E-Mails heute oft mit HTML Inhalten versaut sind. Ich habe mir angewöhnt, HTML Mails ungelesen zu löschen. Die erste Mail überhaupt wurde 1971 versendet, also vor fast 40. Jahren, wer hätte das gedacht. Der Erfinder dieser Technologie Ray Tomlinson hat sich damals sicher nicht träumen lassen, wie viele Mails heute jeden Tag durch das Netz huschen und schon gar nicht, welcher Mist damit gemacht wird. Vielleicht hätte er dann alles wieder verworfen. Zum Glück hat er es nicht getan. In diesem Sinne lasst uns eine Mail versenden, natürlich Text und kein HTML und noch einmal der E-Mail gedenken, die als Mittel der privaten Kommunikation langsam ausstirbt.
Mein Problem: Meine Mails liegen in einem IMAP Ordner beim Provider. Nicht das ich meinem Provider nicht traue, aber es ist doch beruhigend eine lokale Kopie zu haben. Natürlich wäre es auch schön, wenn sich Änderungen an der lokalen Kopie auch auf den Accout auswirken. Dazu wäre es auch schon, die Mails offline lesen zu können, ohne das Mailprogramm neu konfigurieren zu müssen. Ach ja und auf Webmail möchte ich natürlich nicht verzichten. Wie das geht nicht? Guckst du http://software.complete.org/offlineimap. IMAP wird mit einem lokalen MailDir synchronisiert. Die erst Synchronisation dauert zwar etwas, jede weitere ist aber eine Sache von wenigen Sekunden. Mit mutt als Mailer arbeitet man einfach auf dem lokalen MaiDir und per cron wird im Hintergrund aktualisiert. Die Konfiguration in der ~/.offlineimaprc ist denkbar einfach:
[general]
accounts = myaccount
[Account myaccount]
localrepository = Local
remoterepository = Remote
[Repository Local]
type = Maildir
localfolders = ~/maildir
[Repository Remote]
type = IMAP
remotehost = myhost.com
remoteuser = myusername
remotepass = mypassword
Vielen Dank Matthias für den Tipp